Meta-Ads-Agentur finden: Fragen vor dem Vertrag
Woran Sie eine gute Meta-Ads-Agentur erkennen: die Fragen zu Konto, Tracking, Creatives, Kosten und Kündigung, die Sie vor der Unterschrift stellen sollten.
adthief.ai · · 5 Min. Lesezeit
Eine gute Meta-Ads-Agentur erkennen Sie nicht an Fallstudien auf der Website, sondern an ihren Antworten auf eine Handvoll konkreter Fragen: Wem gehört das Werbekonto, wer liefert die Creatives, woran wird Erfolg gemessen und wie kommen Sie wieder heraus. Wer diese Fragen vor der Unterschrift klärt, spart sich die meisten bösen Überraschungen der ersten sechs Monate.
Dieser Leitfaden ist für Gründer und Marketingverantwortliche von Online-Shops geschrieben, die zum ersten Mal eine Agentur für Facebook- und Instagram-Werbung suchen oder die aktuelle wechseln wollen.
Vorher klären: Was soll die Agentur eigentlich lösen?
Bevor Sie Angebote einholen, schreiben Sie in drei Sätzen auf, warum Sie eine Agentur brauchen. Die häufigsten Gründe sind:
- Keine Zeit: Das Konto läuft, aber niemand kümmert sich regelmäßig darum.
- Kein Wachstum: Die Kampagnen sind profitabel, lassen sich aber nicht skalieren, ohne dass die Kosten pro Kauf steigen.
- Keine Creatives: Es fehlen neue Anzeigen, und die alten nutzen sich ab.
- Kein Vertrauen in die Zahlen: Meta, Google Analytics und der Shop zeigen völlig unterschiedliche Werte.
Je nachdem, welcher Punkt zutrifft, brauchen Sie eine andere Agentur. Wer vor allem Creatives braucht, ist mit einer reinen Media-Buying-Agentur schlecht bedient. Wer kaputtes Tracking hat, sollte zuerst das reparieren lassen. Falls Sie noch unsicher sind, ob eine Agentur überhaupt die richtige Lösung ist, lesen Sie unseren Vergleich Agentur, Freelancer oder Inhouse.
Fragen zu Konto, Zugriff und Eigentum
Diese Fragen wirken langweilig, sind aber die wichtigsten. Wer sie falsch beantwortet, kann Ihnen später ernsthaft schaden.
- Wem gehört das Werbekonto? Die richtige Antwort: Ihnen. Werbekonto, Facebook-Seite, Instagram-Konto, Pixel und Produktkatalog gehören in Ihr eigenes Business-Portfolio (früher Business Manager). Die Agentur bekommt Partnerzugriff, mehr nicht.
- Was passiert mit dem Konto, wenn wir uns trennen? Sie entziehen den Partnerzugriff, und alles bleibt bei Ihnen: Daten, Zielgruppen, Anzeigenhistorie. Eine Agentur, die auf einem eigenen Konto besteht, sollte gute Gründe dafür nennen können.
- Wer bezahlt die Werbeausgaben? Am transparentesten ist es, wenn Meta direkt Ihre Zahlungsmethode belastet. Läuft das Budget über die Agentur, fragen Sie nach, ob Aufschläge darauf erhoben werden.
- Wer bekommt welche Rechte? Fragen Sie, wie viele Personen Zugriff erhalten und mit welcher Rolle. Sie sollten jederzeit selbst sehen können, was im Konto passiert.
Wenn die Agentur Kundendaten verarbeitet, etwa Kundenlisten für Custom Audiences hochlädt, brauchen Sie in der Regel einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Eine seriöse Agentur bringt diesen von sich aus mit.
Fragen zu Tracking und Messung
Eine Agentur kann nur so gut steuern, wie die Daten es zulassen. Fragen Sie deshalb:
- Wie prüfen Sie unser Tracking in den ersten zwei Wochen? Gute Antwort: Pixel und Conversions API werden geprüft, Käufe in Meta mit Bestellungen im Shop verglichen, doppelte Events gesucht. Mehr dazu in unserer Anleitung Meta Pixel und Conversions API richtig einrichten.
- Woran messen Sie Erfolg? Achten Sie auf eine klare Hauptkennzahl, etwa Kosten pro Neukunde oder Umsatz im Verhältnis zu den Werbekosten über alle Kanäle. Eine Agentur, die nur Klickpreise und Reichweite berichtet, misst das Falsche.
- Welche Zahlen nehmen Sie als Wahrheit? Meta zählt Käufe anders als Ihr Shop und anders als Google Analytics. Die Agentur sollte erklären können, wie sie mit diesen Unterschieden umgeht, statt sich die schönste Zahl auszusuchen.
Fragen zu Creatives
Bei Meta entscheidet heute vor allem die Anzeige selbst, wer sie sieht und ob gekauft wird. Die Creative-Frage ist deshalb oft wichtiger als die Frage nach Kampagnenstruktur oder Zielgruppen.
- Wer produziert die Anzeigen? Die Agentur selbst, externe Creator, Ihr Team? Und wer bezahlt Produktion und Nutzungsrechte?
- Wie viele neue Creatives pro Monat sind im Preis enthalten? Eine konkrete Zahl ist besser als „so viele wie nötig“.
- Wie testen Sie? Fragen Sie nach dem Ablauf: Wie viele Varianten pro Test, wie viel Budget, nach welcher Zeit wird entschieden?
- Woher kommen die Ideen? Eine gute Antwort beinhaltet Kundenstimmen, Bewertungen, Support-Anfragen und die Anzeigen, die bei Wettbewerbern seit Monaten laufen. Wie man Letzteres selbst recherchiert, zeigen wir in Werbeanzeigen der Konkurrenz sehen.
- Schreiben Sie auf Deutsch, oder übersetzen Sie? Für den deutschen Markt sollten Anzeigentexte von jemandem stammen, der die Sprache und die Kundschaft kennt.
Fragen zu Kosten und Vertrag
Die üblichen Vergütungsmodelle sind:
| Modell | Wie es funktioniert | Worauf achten |
|---|---|---|
| Prozent vom Werbebudget | Die Agentur erhält einen Anteil der Werbeausgaben | Anreiz, das Budget zu erhöhen, auch wenn es sich nicht lohnt |
| Feste Monatspauschale | Ein fester Betrag pro Monat, unabhängig vom Budget | Genau festlegen, was enthalten ist |
| Pauschale plus Erfolgsanteil | Grundbetrag plus Bonus bei Erreichen von Zielen | Ziel und Messmethode vorher schriftlich definieren |
Kein Modell ist grundsätzlich besser. Wichtig ist, dass Sie verstehen, welchen Anreiz es setzt. Rechnen Sie außerdem die Gesamtkosten durch. Beispiel: Bei 10.000 € Werbebudget im Monat und einer Gebühr von 15 % zahlen Sie 1.500 € Agenturhonorar. Kommen noch 1.000 € für Creative-Produktion dazu, liegen Ihre Kosten außerhalb des Budgets bei 2.500 € im Monat. Diese Summe muss durch zusätzlichen Deckungsbeitrag wieder hereinkommen.
Fragen Sie außerdem:
- Wie lang ist die Mindestlaufzeit, und wie ist die Kündigungsfrist? Lange Mindestlaufzeiten sind ein Warnsignal, wenn die Agentur sich nicht vorher beweisen musste.
- Gibt es eine Einrichtungsgebühr, und was beinhaltet sie?
- Was ist nicht enthalten? Typisch: Landingpages, E-Mail-Marketing, Produktfotos, Google Ads.
Fragen zu Zusammenarbeit und Reporting
- Wer ist mein Ansprechpartner, und wer arbeitet tatsächlich im Konto? Bei manchen Agenturen verkauft eine erfahrene Person, und eine neue Kraft betreut.
- Wie oft berichten Sie, und was steht im Bericht? Ein guter Bericht sagt nicht nur, was passiert ist, sondern was als Nächstes getestet wird und warum.
- Wie schnell reagieren Sie, wenn Anzeigen abgelehnt werden oder die Kosten plötzlich steigen?
- Können Sie mir ein Beispiel für einen Monatsbericht zeigen? Geschwärzt, aber echt.
Warnsignale im Erstgespräch
Seien Sie vorsichtig, wenn eine Agentur:
- einen bestimmten ROAS garantiert, bevor sie Ihr Konto, Ihre Margen und Ihr Tracking gesehen hat,
- das Werbekonto selbst besitzen will, ohne einen nachvollziehbaren Grund,
- keine Fragen zu Marge, Warenkorbwert und Wiederkaufrate stellt,
- nur über Zielgruppen-Tricks redet und kaum über Creatives,
- vage bleibt, wer die Arbeit macht und wie viele neue Anzeigen Sie bekommen.
Umgekehrt ist es ein gutes Zeichen, wenn die Agentur im Erstgespräch Ihr Konto prüfen will und dabei auch Probleme anspricht, die Sie nicht hören wollten.
Vor dem Gespräch: Ihr eigenes Konto kennen
Sie bekommen bessere Antworten, wenn Sie selbst wissen, wo Ihr Konto steht. Notieren Sie vorab: monatliches Budget, Kosten pro Kauf in den letzten 90 Tagen, durchschnittlichen Warenkorb, Bruttomarge und wann zuletzt neue Anzeigen live gingen. Mit unserer Audit-Checkliste für Meta-Ads-Konten schaffen Sie das an einem Nachmittag.
Der nächste Schritt
Wenn Sie eine Außensicht auf Ihr Konto möchten, bevor Sie sich für eine Agentur entscheiden, bieten wir eine kostenlose Prüfung Ihrer Anzeigen an. Wir schauen uns Tracking, Struktur und Creatives an und sagen Ihnen offen, was wir ändern würden, auch wenn Sie danach mit jemand anderem arbeiten. Das Gespräch führen wir auf Englisch. Kostenlose Anzeigenprüfung buchen.
