Agentur, Freelancer oder Inhouse für Paid Ads?
Agentur, Freelancer oder eigenes Team für Meta, Google und TikTok Ads? Eine Entscheidungshilfe nach Budget, Creative-Bedarf und Know-how, mit Rechenbeispielen.
adthief.ai · · 5 Min. Lesezeit
Für die meisten Online-Shops mit einem Werbebudget zwischen 5.000 € und 30.000 € im Monat ist eine Mischform am sinnvollsten: eine Person im eigenen Haus, die Produkt, Marke und Zahlen verantwortet, und eine Agentur oder ein Freelancer für Kampagnensteuerung und Creative-Produktion. Ein komplettes Inhouse-Team lohnt sich meist erst, wenn das Budget groß genug ist, um mehrere Spezialisten auszulasten.
Das ist eine Faustregel, kein Gesetz. Dieser Beitrag hilft Ihnen, die Entscheidung für Ihren Shop zu treffen.
Welche Aufgaben überhaupt anfallen
Bevor Sie über Modelle sprechen, schauen Sie auf die Arbeit. Bezahlte Werbung für einen Online-Shop besteht aus fünf Aufgabenbereichen:
- Media Buying: Kampagnen aufsetzen, Budgets steuern, Tests auswerten, auf Meta, Google, vielleicht TikTok.
- Creative: Ideen, Texte, Bilder, Videos, Creator-Briefings. Bei Meta und TikTok der größte Hebel und der größte Zeitfresser.
- Tracking und Daten: Pixel, Conversions API, Google Analytics, Consent, Reporting.
- Landingpages und Shop: Produktseiten, Angebote, Ladezeit, Checkout.
- Strategie: Ziele, Margen, Budgetplanung über Kanäle hinweg, Entscheidungen.
Kaum eine einzelne Person ist in allen fünf Bereichen stark. Die Frage ist deshalb weniger „Agentur oder Inhouse?“ als „Wer übernimmt welchen Bereich?“.
Die drei Modelle im Vergleich
| Agentur | Freelancer | Inhouse | |
|---|---|---|---|
| Startgeschwindigkeit | Schnell, Prozesse vorhanden | Schnell | Langsam: Recruiting, Einarbeitung |
| Breite des Know-hows | Mehrere Spezialisten, mehrere Kanäle | Meist ein Schwerpunkt | Abhängig von den eingestellten Personen |
| Creative-Kapazität | Je nach Agentur, oft gegen Aufpreis | Meist begrenzt | Gut, wenn Sie Creative-Leute einstellen |
| Kenntnis von Marke und Produkt | Muss aufgebaut werden | Muss aufgebaut werden | Am größten |
| Abhängigkeit | Von einem Dienstleister | Von einer einzelnen Person | Von Mitarbeitenden, die auch kündigen können |
| Kündbarkeit | Nach Vertrag | Meist kurzfristig | Arbeitsrechtlich gebunden |
| Blick von außen | Sieht viele Konten und Branchen | Sieht einige Konten | Gering |
Rechenbeispiel: Was kostet welches Modell?
Die folgenden Zahlen sind ein Beispiel, keine Marktdaten. Setzen Sie Ihre eigenen Angebote und Gehaltsvorstellungen ein.
Beispiel: Ein Shop mit 15.000 € Werbebudget im Monat auf Meta und Google.
- Agentur: Angenommene Pauschale 2.500 € im Monat, plus 1.000 € für Creatives. Gesamt 3.500 €.
- Freelancer: Angenommen 1.500 € im Monat für Kampagnensteuerung. Creatives kommen extra, etwa 1.000 € von Creatorn oder einem Designer. Ihre eigene Koordinationszeit kommt hinzu. Gesamt 2.500 € plus Zeit.
- Inhouse: Angenommen, eine erfahrene Performance-Marketing-Kraft kostet Sie inklusive Arbeitgeberanteilen 6.000 € im Monat. Creatives kommen auch hier dazu, ebenso Werkzeuge und Weiterbildung. Gesamt 7.000 € oder mehr.
Was das Beispiel zeigt: Bei diesem Budget ist ein reines Inhouse-Modell teurer und bündelt das Wissen in einer einzigen Person. Bei einem Budget von 100.000 € im Monat sieht die Rechnung anders aus. Dann kann es günstiger sein, zwei oder drei Spezialisten fest anzustellen, als eine prozentuale Gebühr zu zahlen.
Wichtig ist, alle Kosten in Bezug zum Deckungsbeitrag zu setzen. Eine Lösung, die 1.000 € im Monat spart, aber die Kosten pro Neukunde um 10 % steigen lässt, kann am Ende teurer sein.
Wann eine Agentur passt
- Sie wollen schnell starten und haben keine Zeit für Recruiting.
- Sie brauchen mehrere Kanäle gleichzeitig, etwa Meta und Google.
- Ihnen fehlen regelmäßig neue Creatives, und die Agentur kann sie liefern.
- Sie wollen von Erfahrungen aus anderen Konten profitieren.
- Ihr Budget rechtfertigt (noch) kein eigenes Team.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, haben wir in Meta-Ads-Agentur finden: Fragen vor dem Vertrag zusammengestellt.
Wann ein Freelancer passt
- Ihr Budget ist eher klein, und Sie brauchen vor allem Kampagnensteuerung auf einem Kanal.
- Sie haben selbst Ideen und Material für Creatives oder eine Designerin im Team.
- Sie können die Koordination übernehmen und wissen, welche Ergebnisse Sie erwarten.
Das größte Risiko: Fällt die Person aus, steht das Konto still. Sorgen Sie dafür, dass alle Zugänge in Ihrem Besitz sind und Kampagnen dokumentiert werden.
Wann Inhouse passt
- Ihr Budget ist groß genug, um Spezialisten voll auszulasten.
- Werbung ist ein zentraler Wachstumstreiber, und Sie wollen das Wissen im Unternehmen halten.
- Sie brauchen täglich enge Abstimmung mit Produkt, Einkauf und Kundenservice, etwa bei vielen Produktneuheiten.
- Sie finden die richtigen Leute. Erfahrene Performance-Marketer sind gesucht, und eine Fehlbesetzung kostet Monate.
Das Mischmodell
In der Praxis arbeiten viele Shops hybrid. Typische Aufteilungen:
| Inhouse | Extern |
|---|---|
| Marketing-Verantwortung, Ziele, Budget, Margen | Kampagnensteuerung auf Meta und Google |
| Produktwissen, Kundenstimmen, Freigaben | Creative-Produktion und Tests |
| Shop, Landingpages, E-Mail | Tracking-Setup und Prüfung |
Die interne Person muss kein Experte für Media Buying sein. Sie muss aber die Zahlen lesen, die richtigen Fragen stellen und Entscheidungen treffen können. Ohne diese Rolle lassen sich weder eine Agentur noch ein Freelancer gut steuern.
So treffen Sie die Entscheidung
Beantworten Sie diese fünf Fragen ehrlich:
- Wie hoch ist Ihr monatliches Werbebudget heute, und wo soll es in zwölf Monaten sein?
- Wer erstellt heute Ihre Anzeigen, und reicht das für zwei bis vier neue Ideen pro Woche?
- Wer im Unternehmen kann Kampagnenberichte lesen und beurteilen?
- Wie schnell müssen Sie Ergebnisse sehen?
- Was passiert, wenn die zuständige Person morgen ausfällt?
Wenn Sie bei Frage 2 und 3 keine gute Antwort haben, fangen Sie dort an, nicht beim Kampagnen-Setup. Und egal, welches Modell Sie wählen: Lassen Sie den Status quo vorher prüfen. Unsere Audit-Checkliste für Meta-Ads-Konten zeigt, wo Ihr Konto steht.
Übergänge planen
Egal in welche Richtung Sie wechseln, planen Sie den Übergang:
- Alle Zugänge liegen bei Ihnen, bevor jemand geht oder neu anfängt.
- Dokumentation: laufende Tests, Namenskonventionen, Ausschlüsse, bekannte Tracking-Eigenheiten.
- Überlappung von zwei bis vier Wochen, in denen alte und neue Verantwortliche gemeinsam ins Konto schauen.
- Keine großen Umbauten im ersten Monat. Wer neu übernimmt, sollte erst verstehen, warum das Konto so aussieht, wie es aussieht.
Der nächste Schritt
Wenn Sie überlegen, Teile Ihrer Werbung auszulagern, sprechen wir gern unverbindlich über Ihr Konto. In einer kostenlosen Anzeigenprüfung sehen wir uns Tracking, Kampagnen und Creatives an und sagen Ihnen, welches Modell wir an Ihrer Stelle wählen würden, auch wenn das nicht wir sind. Das Gespräch führen wir auf Englisch: Anzeigenprüfung buchen. Wie wir selbst arbeiten, steht bei Meta Ads.
