Google Merchant Center: häufige Fehler beheben
Abgelehnte Produkte, Preis-Abweichungen, fehlende GTIN, gesperrtes Konto: Die häufigsten Merchant-Center-Fehler, was sie bedeuten und wie Sie sie beheben.
adthief.ai · · 5 Min. Lesezeit
Die meisten Merchant-Center-Fehler gehen auf eine von drei Ursachen zurück: Feed und Shop zeigen unterschiedliche Daten, Pflichtangaben fehlen, oder die Website erfüllt Googles Richtlinien nicht. Wenn Sie wissen, in welche Gruppe ein Fehler gehört, wissen Sie meistens auch, wo Sie ihn beheben müssen: im Feed, im Shop oder auf den rechtlichen Seiten.
Dieser Beitrag ordnet die häufigsten Meldungen ein. Die genauen Bezeichnungen im Merchant Center ändern sich gelegentlich, und Google hat die Oberfläche in den letzten Jahren umgebaut. Die Ursachen bleiben aber dieselben.
Zuerst: Wo Sie Fehler finden
Im Merchant Center sehen Sie unter den Produkten und der Diagnose, wie viele Artikel freigegeben, eingeschränkt oder abgelehnt sind. Wichtig ist die Unterscheidung:
- Fehler auf Artikelebene: Einzelne Produkte werden nicht ausgespielt. Der Rest läuft.
- Fehler auf Kontoebene: Das ganze Konto ist betroffen, im schlimmsten Fall gesperrt. Das hat immer Vorrang.
Prüfen Sie außerdem, ob Ihr Feed über eine App, ein Plugin, eine Datei oder ein Feed-Tool kommt. Korrekturen müssen an der Quelle passieren. Wer einen Fehler direkt im Merchant Center korrigiert, während ein Plugin den Feed täglich neu überträgt, sieht den Fehler am nächsten Morgen wieder.
Gruppe 1: Feed und Shop stimmen nicht überein
Google crawlt Ihre Produktseiten und vergleicht sie mit dem Feed. Weicht etwas ab, wird das Produkt eingeschränkt oder abgelehnt.
| Meldung (sinngemäß) | Typische Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Preis stimmt nicht überein | Rabatt im Shop aktiv, im Feed nicht; Preis wird per JavaScript geladen; Feed-Update zu selten | Feed häufiger aktualisieren, Sale-Preis über das Feld sale_price übertragen, strukturierte Daten auf der Produktseite prüfen |
| Verfügbarkeit stimmt nicht überein | Produkt im Shop ausverkauft, im Feed noch „auf Lager“ | Lagerbestand synchronisieren, Feed-Abruf mehrmals täglich |
| Währung oder MwSt. falsch | Netto-Preis im Feed, Brutto im Shop | In Deutschland immer Brutto-Preise inklusive MwSt. |
| Seite nicht erreichbar | Produkt gelöscht, Weiterleitung, Passwortschutz, Geoblocking | Feed bereinigen, Googlebot nicht sperren, Shop-Passwort entfernen |
Besonders vor Aktionen wie Black Friday entstehen viele Preisfehler, weil Rabatte im Shop schneller live gehen als im Feed. Planen Sie die Preisänderung so, dass Feed und Shop gleichzeitig umschalten, oder nutzen Sie das Feld für den Sonderpreis mit Gültigkeitszeitraum. Mehr zur Planung in Black Friday und Cyber Week: Anzeigen planen.
Google kann Preis und Verfügbarkeit bei kleineren Abweichungen automatisch aus der Website übernehmen, wenn Sie automatische Artikelaktualisierungen aktiviert haben. Das ist ein gutes Sicherheitsnetz, aber keine Lösung für einen unzuverlässigen Feed.
Gruppe 2: Fehlende oder falsche Angaben
GTIN, Marke und Herstellernummer
Für Markenprodukte, die einen Barcode haben, erwartet Google eine gültige GTIN (in Europa meist die EAN). Häufige Fehler:
- GTIN fehlt: Produkt wird eingeschränkt ausgespielt.
- GTIN ungültig: Ziffern falsch, Prüfziffer stimmt nicht oder die Nummer gehört zu einem anderen Produkt.
- Eigenmarke ohne GTIN: Wenn Ihre Produkte wirklich keine GTIN haben, kennzeichnen Sie das korrekt (Feld identifier_exists auf „no“). Erfinden Sie keine Nummern.
Wenn Sie Eigenmarken verkaufen und Ihre Produkte im Handel oder auf Marktplätzen anbieten wollen, lohnt sich ohnehin eine offizielle GS1-Registrierung.
Bilder
- Werbetext, Rabattstempel oder Wasserzeichen auf dem Hauptbild
- Platzhalterbild statt Produktfoto
- Bild zu klein oder Produkt zu klein im Bild
- Collage aus mehreren Produkten für einen einzelnen Artikel
Lösung: Ein sauberes Hauptbild auf neutralem Hintergrund. Lifestyle-Bilder gehören in die zusätzlichen Bildfelder.
Titel und Beschreibung
Werbliche Ausdrücke wie „GRATIS VERSAND!!!“, durchgehende Großschreibung oder Angaben, die nicht zum Produkt gehören, führen zu Problemen. Gute Titel sind beschreibend, nicht werblich: Marke, Produktart, wichtigstes Merkmal, Variante.
Versand und Rückgabe
Fehlende Versandkosten für Deutschland führen zu Warnungen. Hinterlegen Sie Versandkosten, Lieferzeiten und Ihre Rückgaberichtlinie im Merchant Center. Das hilft nicht nur gegen Fehler, sondern zeigt Kunden diese Informationen auch direkt in den Anzeigen.
Gruppe 3: Richtlinien und Kontosperrung
Die unangenehmste Meldung ist eine Kontosperrung, etwa wegen „falscher Darstellung“ (Misrepresentation). Google nennt die Gründe dafür meist nur allgemein. Häufig steckt eine Kombination dieser Punkte dahinter:
- Kein vollständiges Impressum, keine klar erreichbaren Kontaktdaten
- Fehlende oder unklare AGB, Widerrufsbelehrung, Versand- und Rückgabeinformationen
- Zahlungsarten erst im letzten Checkout-Schritt sichtbar
- Rabatte oder Versprechen, die auf der Seite nicht eingehalten werden
- Unrealistische Aussagen, besonders bei Gesundheits- und Beautyprodukten
- Neue Domain ohne Vertrauenssignale, Shop wirkt unfertig
Vorgehen bei einer Sperrung:
- Alle rechtlichen Seiten prüfen und im Footer verlinken.
- Kontaktdaten mit Adresse, E-Mail und, wenn möglich, Telefonnummer gut sichtbar machen.
- Produktseiten mit klaren Preisen, Lieferzeiten und Versandkosten versehen.
- Gesundheits- oder Wirkungsversprechen entschärfen, die Sie nicht belegen können.
- Erst dann die Überprüfung beantragen. Die Anzahl der Überprüfungen kann begrenzt sein, und zwischen den Anträgen gibt es Wartezeiten. Ein zu früher Antrag kostet Zeit.
Für Produkte aus sensiblen Kategorien wie Nahrungsergänzungsmittel gelten zusätzliche Richtlinien. Bestimmte Inhaltsstoffe sind bei Google grundsätzlich nicht bewerbbar. Prüfen Sie die aktuellen Richtlinien für Gesundheitsprodukte, bevor Sie solche Artikel in den Feed nehmen.
Eine Routine, damit Fehler gar nicht erst entstehen
- Täglich (automatisch): Feed-Abruf mindestens einmal am Tag, bei häufig wechselndem Lagerbestand mehrmals.
- Wöchentlich: Diagnose im Merchant Center öffnen, neue Ablehnungen prüfen. Fünf Minuten reichen.
- Vor jeder Aktion: Preisänderungen im Feed testen, bevor die Kampagne startet.
- Nach jedem Shop-Update: Prüfen, ob strukturierte Daten auf der Produktseite noch Preis und Verfügbarkeit enthalten. Theme-Updates entfernen sie gelegentlich.
- Monatlich: Die zehn umsatzstärksten Produkte im Feed ansehen: Titel, Bilder, GTIN, Versand.
Ein sauberer Feed ist auch die Grundlage für jede Shopping- und Performance-Max-Kampagne. Wie Sie darauf aufbauen, lesen Sie in Google Shopping-Kampagnen einrichten und Performance Max für Online-Shops.
Hinweis zu rechtlichen Seiten
Impressum, Widerrufsbelehrung und AGB sind nicht nur für Google wichtig, sondern in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Dieser Beitrag gibt nur allgemeine Informationen und ist keine Rechtsberatung. Lassen Sie Ihre rechtlichen Texte von einer Anwältin, einem Anwalt oder einem spezialisierten Dienst prüfen.
Nächster Schritt
Wenn Ihr Feed sauber ist, aber Shopping oder PMax trotzdem nicht liefern, liegt es oft an Struktur oder Zielen. Im kostenlosen Anzeigen-Check schauen wir uns Ihr Konto mit Ihnen an. Das Gespräch führen wir auf Englisch. Termin buchen.
