Angebote in Anzeigen ohne Rabattschlacht
Wie Online-Shops in Anzeigen überzeugende Angebote machen, ohne dauernd Rabatt zu geben: Sets, Proben, Garantien, Zugaben, mit Margenrechnung und Rechtshinweisen.
adthief.ai · · 4 Min. Lesezeit
Ein gutes Angebot in einer Anzeige senkt das Risiko des ersten Kaufs oder erhöht seinen Wert, und das gelingt oft besser mit einem Probierset, einer Garantie oder einer Zugabe als mit Prozenten. Dauerrabatte trainieren Kundinnen darauf, auf die nächste Aktion zu warten, und fressen die Marge, aus der Sie die Werbung bezahlen.
Dieser Beitrag zeigt Alternativen zum Rabatt, wie Sie sie durchrechnen und wie Sie sie in Anzeigen formulieren.
Warum der Rabatt nicht in die erste Zeile gehört
In unserem Archiv langlaufender Meta-Anzeigen, Stand 31. Oktober 2026, nennen nur 4 % der Anzeigen mit Deutschland als wichtigstem Markt eine Prozentangabe in der ersten Textzeile. Das sagt nicht, dass Rabatte nie funktionieren. Es zeigt aber, dass Anzeigen, die Marken monatelang laufen lassen, fast immer mit einem Problem, einem Nutzen oder einer Frage beginnen und das Angebot weiter unten platzieren. Mehr dazu in der Auswertung deutscher Anzeigen.
Das ist auch logisch: Ein Rabatt beantwortet die Frage „Warum jetzt?“, aber nicht die Frage „Warum überhaupt?“. Wer das Produkt nicht will, kauft es auch mit 20 % nicht.
Rechnen Sie zuerst die Marge
Bevor Sie ein Angebot wählen, rechnen Sie, was es kostet. Beispiel: Ein Produkt kostet 40 €, die Warenkosten inklusive Verpackung und Versand liegen bei 16 €. Ihr Deckungsbeitrag vor Werbung ist 24 €.
| Angebot | Umsatz | Kosten | Deckungsbeitrag vor Werbung |
|---|---|---|---|
| Kein Angebot | 40 € | 16 € | 24 € |
| 20 % Rabatt | 32 € | 16 € | 16 € |
| Gratis-Zugabe mit 4 € Warenwert | 40 € | 20 € | 20 € |
| Zweierset für 70 € | 70 € | 30 € | 40 € |
Die Zahlen sind ein vereinfachtes Beispiel (ohne Umsatzsteuer und Zahlungsgebühren; beim Set fällt der Versand nur einmal an), aber sie zeigen das Prinzip: Ein Rabatt von 20 % kostet in diesem Fall ein Drittel des Deckungsbeitrags. Eine Zugabe mit gleichem gefühltem Wert kostet weniger, weil Sie sie zum Einkaufspreis bezahlen. Ein Set erhöht den Warenkorb und damit den Betrag, den Sie für die Gewinnung einer Kundin ausgeben können.
Angebote, die ohne Prozente funktionieren
Risiko senken
- Probierset oder Probiergröße: Ideal für Kaffee, Tee, Pflege, Nahrungsergänzung, Tierfutter. Die Hürde des ersten Kaufs sinkt, und Sie lernen, wer nachbestellt.
- Zufriedenheitsgarantie: „Schmeckt es Ihnen nicht, erstatten wir den Kaufpreis.“ Nur anbieten, wenn Sie es ehrlich und unkompliziert einlösen. Das gesetzliche Widerrufsrecht dürfen Sie nicht als besonderen Vorteil darstellen; eine Garantie muss darüber hinausgehen.
- Größentausch kostenlos: Für Mode und Schuhe oft wirksamer als jeder Rabatt.
Wert erhöhen
- Zugabe: eine kleine Reisegröße, ein Zubehörteil, ein Beutel. Wählen Sie etwas, das zum Produkt passt und günstig in der Beschaffung ist.
- Set oder Bundle: Zwei oder drei Produkte, die zusammen Sinn ergeben, zu einem Set-Preis. Erhöht den Warenkorb und erleichtert die Entscheidung.
- Versandkostenfrei ab einem Betrag: Setzen Sie die Grenze knapp über Ihrem typischen Warenkorb, damit sie den Warenkorb erhöht.
Bindung schaffen
- Abo mit Vorteil: Bei Verbrauchsprodukten ein dauerhafter kleiner Preisvorteil oder eine Zugabe bei jeder Lieferung, klar kündbar.
- Vorteil beim zweiten Kauf: Statt Rabatt im ersten Kauf ein Gutschein für die Nachbestellung. Belohnt die Kundinnen, die Sie halten möchten.
Anlass nutzen
Echte Anlässe wie ein neues Produkt, eine limitierte Sorte oder ein Saisonartikel geben einen Grund, jetzt zu kaufen, ohne den Preis anzufassen.
So formulieren Sie das Angebot in der Anzeige
- Erst der Nutzen, dann das Angebot. Der Hook spricht das Problem an, das Angebot steht am Ende des Textes und in der Überschrift neben dem Button.
- Konkret statt allgemein. „Probierset mit 3 Sorten für 14,90 €“ statt „Jetzt günstig testen“.
- Das Risiko benennen, das Sie abnehmen. „Passt nicht? Umtausch kostenlos.“
- Ein Angebot pro Anzeige. Set, Zugabe, Garantie und Versandgrenze gleichzeitig verwirren.
- Landingpage passend machen. Wer auf „Probierset“ klickt, muss auf der Seite das Probierset sehen, nicht die Startseite. Unsere Landingpage-Checkliste hilft dabei.
Wenn Sie doch Rabatt geben
Rabatte sind nicht verboten und zu bestimmten Zeiten sinnvoll, etwa zu Black Friday. Dann gilt:
- Planen Sie wenige, klare Aktionen statt Dauerrabatt.
- Rechnen Sie mit dem reduzierten Deckungsbeitrag, ob Ihre Kosten pro Kauf noch tragbar sind.
- Beachten Sie die Preisangabenverordnung: Bei einer Preisermäßigung gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern ist grundsätzlich der niedrigste Preis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung anzugeben.
- Keine falsche Knappheit: „Nur heute“ oder „nur noch 3 Stück“ darf nur stehen, wenn es stimmt. Countdown-Uhren, die sich jeden Tag zurücksetzen, sind irreführend.
Für die Planung rund um November lesen Sie unseren Beitrag Black Friday und Cyber Week planen.
Diese Hinweise zu Preisangaben und Wettbewerbsrecht sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Lassen Sie Ihre Aktionen im Zweifel von einer Anwältin oder einem Anwalt prüfen.
Angebote testen
Testen Sie Angebote wie Creatives: dieselbe Anzeige, dasselbe Bild, nur das Angebot in Text und Überschrift wechselt. Achten Sie dabei nicht nur auf die Kosten pro Kauf, sondern auf den Deckungsbeitrag nach Werbung und, wenn möglich, auf die Wiederkaufrate nach 60 oder 90 Tagen. Ein Probierset kann einen höheren CPA haben und trotzdem gewinnen, wenn mehr Menschen nachbestellen.
Beispiel: Eine Tierfuttermarke testet drei Anzeigen mit demselben Video. Variante A nennt 15 % Rabatt auf die erste Bestellung, Variante B ein Probierpaket mit drei Sorten, Variante C eine Geld-zurück-Garantie, falls der Hund das Futter nicht mag. Nach dem Test vergleicht das Team nicht nur die Kosten pro Kauf, sondern auch, wie viele Erstkundinnen jeder Variante innerhalb von 60 Tagen erneut bestellt haben. Erst diese zweite Zahl zeigt, welches Angebot langfristig das günstigste ist.
Ihr nächster Schritt
Rechnen Sie für Ihr meistverkauftes Produkt die Tabelle oben mit Ihren echten Zahlen durch und wählen Sie ein Angebot ohne Prozente für den nächsten Test. Wenn Sie eine zweite Meinung zu Angebot und Anzeigen möchten, buchen Sie eine kostenlose Anzeigen-Analyse. Das Gespräch führen wir auf Englisch.
