YouTube-Werbung für Online-Shops
Welche YouTube-Kampagnen sich für Online-Shops eignen, wie Sie Videos ohne großes Budget produzieren und wie Sie messen, ob YouTube wirklich Umsatz bringt.
adthief.ai · · 5 Min. Lesezeit
YouTube-Werbung lohnt sich für Online-Shops, wenn Sie ein Produkt haben, das man zeigen muss, um es zu verstehen, und wenn Sie bereit sind, Erfolg anders zu messen als bei Shopping-Anzeigen. YouTube bringt vor allem neue Käufer in Ihren Funnel; der Kauf passiert oft später, über die Suche oder direkt.
Dieser Beitrag zeigt, welche Kampagnenarten für Shops infrage kommen, wie Sie Videos mit überschaubarem Aufwand produzieren und woran Sie erkennen, ob YouTube arbeitet.
Welche Kampagnenart für welchen Zweck
Google ordnet die Kampagnentypen für YouTube regelmäßig neu. Die Namen und Optionen in Ihrem Konto können daher von dieser Übersicht abweichen; prüfen Sie den aktuellen Stand beim Anlegen.
| Kampagnenart | Wo Ihre Videos laufen | Gut für |
|---|---|---|
| Demand Gen | YouTube (inklusive Shorts), Discover, Gmail | Neue Käufer gewinnen, mit Produktfeed und Conversion-Optimierung |
| Videokampagnen mit Reichweite- oder Aufrufziel | YouTube und Video-Partner | Bekanntheit, günstige Reichweite, Remarketing-Listen aufbauen |
| Performance Max | Alle Google-Kanäle, YouTube als ein Teil davon | Verkauf, wenn Sie den Kanal nicht einzeln steuern müssen |
Für die meisten Shops mit Verkaufsziel ist Demand Gen der richtige Einstieg. Sie können dort Ihren Merchant-Center-Feed verknüpfen, sodass unter dem Video Produkte erscheinen, und auf Käufe optimieren. Reine Reichweitenkampagnen sind sinnvoll, wenn Sie eine neue Marke bekannt machen oder eine große Aktion ankündigen wollen.
Wenn Sie schon Performance Max nutzen, läuft ein Teil Ihres Budgets möglicherweise bereits auf YouTube. Ob das gut funktioniert, hängt stark davon ab, ob Sie eigene Videos hochgeladen haben. Mehr dazu in Performance Max für Online-Shops.
Die Formate
- Überspringbare In-Stream-Anzeigen: Laufen vor, während oder nach Videos. Nach fünf Sekunden kann der Zuschauer überspringen. Die ersten Sekunden entscheiden alles.
- Nicht überspringbare Anzeigen: Kurz, für Reichweite. Für Verkauf selten erste Wahl.
- Bumper-Anzeigen: Bis zu sechs Sekunden, nicht überspringbar. Gut als Erinnerung, zum Beispiel vor einer Aktion.
- Shorts-Anzeigen: Hochformat zwischen Shorts. Ähnliche Logik wie Reels und TikTok.
- In-Feed-Anzeigen: Erscheinen in Suchergebnissen und Empfehlungen; der Nutzer klickt aktiv auf das Video.
Für Shops heißt das praktisch: Sie brauchen mindestens ein Querformat-Video (16:9) für In-Stream und ein Hochformat-Video (9:16) für Shorts. Ein quadratisches Format ist eine nützliche Ergänzung.
Videos, die verkaufen, ohne Filmcrew
YouTube-Anzeigen müssen keine Werbespots sein. Was für Shops gut funktioniert, sind Videos, die ein Problem zeigen und das Produkt als Lösung vorführen. Ein Aufbau, der sich für 30 bis 60 Sekunden bewährt hat:
- 0 bis 5 Sekunden: Das Problem oder das Ergebnis zeigen, bevor jemand überspringen kann. Marke und Produkt früh ins Bild.
- 5 bis 20 Sekunden: Das Produkt in Benutzung. Nahaufnahmen, Hände, echter Alltag.
- 20 bis 40 Sekunden: Zwei oder drei Gründe, warum es besser ist als die Alternative. Einblendungen helfen, weil viele ohne Ton schauen.
- Letzte Sekunden: Klare Aufforderung, Angebot, Versand- oder Rückgabeversprechen.
Quellen für Material:
- Vorhandene Social-Videos: Ihre besten Reels oder TikToks lassen sich oft direkt für Shorts nutzen und für In-Stream im Querformat neu schneiden.
- UGC: Creator-Videos funktionieren auch auf YouTube. Achten Sie darauf, dass die Nutzungsrechte YouTube-Werbung abdecken, siehe UGC Ads: Creator finden, briefen, Nutzungsrechte.
- Produktdemos: Ein Smartphone, gutes Tageslicht und ein Stativ reichen für überzeugende Demonstrationen.
- KI-Werkzeuge: Für Varianten, Untertitel und Schnitt nützlich, für das Kernmaterial weniger. Rechnen Sie damit, dass Sie Ergebnisse nachbearbeiten müssen.
Ein Hinweis zum deutschen Markt: Untertitel auf Deutsch sind Pflicht, wenn Sie englischsprachiges Material nutzen. Besser ist eine deutsche Sprachaufnahme. Ein englisches Video mit Untertiteln wirkt schnell wie Werbung einer ausländischen Marke, was je nach Positionierung gewollt sein kann oder nicht.
Targeting: weniger ist mehr
YouTube bietet viele Optionen: Zielgruppensegmente nach Interessen und Kaufabsicht, benutzerdefinierte Segmente auf Basis von Suchbegriffen, Remarketing, Kundenlisten, Platzierungen auf bestimmten Kanälen. Bei Demand Gen sind Lookalike-Segmente auf Basis Ihrer Kundenliste möglich.
Für den Start mit Verkaufsziel:
- Eine Kampagne mit einem benutzerdefinierten Segment aus Suchbegriffen, die Ihre Käufer bei Google nutzen
- Eine mit Lookalike-Segment auf Basis Ihrer Kunden
- Optional eine mit breiter Ausrichtung und optimierter Ausrichtung aktiviert
Vergleichen Sie nach einigen Wochen. Bei Conversion-Optimierung erweitert Google die Ausrichtung ohnehin oft über Ihre Auswahl hinaus.
Messen: der schwierige Teil
YouTube-Zuschauer klicken selten direkt und kaufen sofort. Sie sehen das Video, erinnern sich später und suchen nach Ihrer Marke. Deshalb sieht YouTube in einer reinen Klick-Betrachtung fast immer schlechter aus, als es ist. Gleichzeitig zählt Google Ads auch View-Through-Conversions und interaktionsbasierte Conversions, was YouTube besser aussehen lässt, als es vielleicht ist.
Praktisch messen Sie am besten mehrere Dinge zusammen:
- Marken-Suchanfragen: Steigt die Zahl der Suchen nach Ihrem Markennamen, während YouTube läuft?
- Direkte und organische Besuche: Entwicklung im Vergleich zum Zeitraum vorher.
- Neukunden: Steigt der Anteil neuer Käufer insgesamt?
- Conversions in Google Ads: Nach Klick und nach Ansicht getrennt betrachten.
- Lift-Studien: Google bietet ab bestimmten Budgets Studien zur Markenwirkung oder zu Conversion-Lift an. Ob Ihr Konto dafür infrage kommt, sehen Sie im Konto oder über Ihren Google-Ansprechpartner.
Beispiel zur Einordnung: Ein Shop gibt sechs Wochen lang 3.000 € im Monat für Demand Gen aus. In Google Ads stehen nur wenige direkte Käufe. Gleichzeitig steigen die Marken-Suchanfragen und der Umsatz aus der Markensuche spürbar. Eine faire Bewertung schaut auf beides. Warum verschiedene Plattformen überhaupt unterschiedliche Zahlen liefern, lesen Sie in Warum Meta und GA4 unterschiedliche Zahlen zeigen.
Häufige Fehler
- TV-Spot oder Imagefilm als Anzeige: Zu langsamer Einstieg, Marke erst am Ende.
- Nur ein Video: Sie brauchen mehrere Varianten der ersten Sekunden, um zu lernen, was hält.
- Zu kleines Budget über zu viele Kampagnen verteilt: Lieber eine Kampagne mit ausreichend Budget als vier, die nichts lernen.
- Nach zwei Wochen abschalten: YouTube wirkt mit Verzögerung. Planen Sie mindestens sechs bis acht Wochen ein.
- Feed nicht verknüpft: Bei Demand Gen verschenken Sie die Möglichkeit, Produkte direkt unter dem Video zu zeigen.
Nächster Schritt
Wenn Sie überlegen, ob YouTube neben Meta und Shopping für Ihren Shop sinnvoll ist, sprechen wir gerne darüber. Im kostenlosen Anzeigen-Check schauen wir auf Ihre Zahlen und Ihr vorhandenes Videomaterial. Das Gespräch führen wir auf Englisch. Termin buchen oder mehr über unsere Google- und YouTube-Anzeigen lesen.
