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Werbeanzeigen mit KI erstellen: was heute geht

Wo KI bei Werbeanzeigen heute wirklich hilft, wo sie noch scheitert und welche Regeln für Produktbilder, Texte, Avatare und Kennzeichnung gelten sollten.

adthief.ai · · 4 Min. Lesezeit

KI ist heute vor allem dort stark, wo sie Arbeit beschleunigt: beim Auswerten von Kundenbewertungen, beim Schreiben von Varianten, beim Anpassen von Formaten und beim Schnitt. Schwach ist sie dort, wo es auf Echtheit ankommt: bei der korrekten Darstellung Ihres Produkts, bei glaubwürdigen Menschen und bei der Frage, welche Anzeige am Ende verkauft.

Wir nutzen KI bei adthief.ai selbst in der Creative-Arbeit. Dieser Beitrag ist deshalb kein Plädoyer dagegen, sondern eine ehrliche Einordnung für Online-Shops, die überlegen, wie viel sie damit machen sollten. Die Werkzeuge ändern sich schnell; die Grundsätze unten gelten unabhängig davon, welches Tool gerade vorn liegt.

Wo KI heute gut funktioniert

Recherche und Auswertung

Der unterschätzte Einsatz. KI kann große Mengen Text lesen und Muster finden:

  • Hunderte eigene Bewertungen zusammenfassen: Welche Probleme, Ergebnisse und Zweifel werden am häufigsten genannt, und mit welchen Worten?
  • Eine Sammlung von Wettbewerbsanzeigen nach Winkel, Hook-Art und Angebot sortieren. Wie Sie so eine Sammlung anlegen, steht in unserem Beitrag zum Swipe File.
  • Transkripte von Kundengesprächen in eine Liste brauchbarer Formulierungen verwandeln.

Das Ergebnis ist nur so gut wie die Eingabe. Geben Sie echte Kundensprache hinein, nicht Ihre eigene Produktbeschreibung.

Entwürfe und Varianten

Wenn eine Anzeige funktioniert, kann KI schnell Varianten liefern: zehn neue Hooks für denselben Winkel, eine kurze und eine lange Textversion, dieselbe Botschaft für eine andere Zielgruppe. Geben Sie dabei eine Struktur vor, etwa bewährte Hook-Formeln wie Problemfrage, Zahl oder Gegenthese, statt nach „kreativen Hooks“ zu fragen.

Entscheidend ist, dass ein Mensch auswählt und überarbeitet. KI-Texte klingen oft glatt, austauschbar und etwas zu begeistert. Lesen Sie jede Zeile laut und streichen Sie, was niemand so sagen würde.

Formate und Platzierungen anpassen

Bildformate erweitern, Hintergründe freistellen, Standbilder aus Videos ziehen, Untertitel erzeugen, Hochformat aus Querformat machen. Für solche Routinearbeiten sind KI-Werkzeuge zuverlässig und sparen viele Stunden. Auch Meta bietet im Werbeanzeigenmanager generative Funktionen an, etwa Textvarianten oder Bilderweiterungen. Welche genau aktiv sind, ändert sich häufig. Prüfen Sie in den Einstellungen jeder Anzeige, was Meta automatisch verändern darf, und sehen Sie sich das Ergebnis in der Vorschau an.

Übersetzungsentwürfe

Für Marken, die aus Großbritannien oder anderen EU-Ländern nach Deutschland kommen, liefert KI brauchbare erste Entwürfe auf Deutsch. Veröffentlichen sollten Sie diese nie ungeprüft. Anzeigen leben von Ton, Redewendungen und davon, wie Menschen hier über ein Produkt sprechen. Eine Muttersprachlerin sollte jede Zeile prüfen und die Hooks meist neu schreiben.

Wo KI noch scheitert

Das Produkt korrekt zeigen

Generierte Bilder geben Ihr Produkt oft leicht falsch wieder: Etikett, Verschluss, Farbe, Größe. Wer etwas anderes geliefert bekommt als in der Anzeige gezeigt, hat einen berechtigten Grund zur Beschwerde. Beginnen Sie für Produktbilder deshalb mit echten Fotos des echten Produkts und nutzen Sie KI für Hintergrund und Szene, nicht für das Produkt selbst.

Glaubwürdige Menschen

KI-Avatare und synthetische Sprecher sind besser geworden. Im Feed merken viele Menschen trotzdem, dass etwas nicht stimmt, und eine Anzeige, die unecht wirkt, verliert genau das Vertrauen, von dem UGC-Anzeigen leben. Echte Menschen mit echten Erfahrungen sind schwer zu ersetzen; siehe unseren Beitrag zu UGC Ads.

Vorhersagen, was verkauft

KI kann sagen, wie Anzeigen üblicherweise aussehen. Sie kann nicht sagen, welche Ihrer zehn neuen Anzeigen im nächsten Monat in Ihrem Markt gewinnt. Das entscheidet ein Test mit echtem Budget. Behandeln Sie KI-Ergebnisse als Hypothesen.

Originalität

Fragen Sie eine KI nach einem „Hook für Proteinpulver“, bekommen Sie dieselben Zeilen wie alle anderen. Je konkreter die Eingabe, also echte Zitate, ein echter Wirkmechanismus, ein echtes Angebot, desto eigenständiger das Ergebnis.

Regeln, damit KI-Anzeigen ehrlich bleiben

  1. Keine erfundenen Bewertungen oder Testimonials. Eine KI-Person, die „seit drei Monaten“ ein Produkt nutzt, ist eine erfundene Kundenmeinung. Das ist irreführend und nach deutschem Wettbewerbsrecht riskant.
  2. Keine falschen Ergebnisse. Keine generierten Vorher-nachher-Bilder, keine erfundenen Zahlen.
  3. Keine echten Personen nachbilden ohne deren ausdrückliche, schriftliche Zustimmung, auch keine Stimmen.
  4. Kennzeichnung prüfen. Meta verlangt bei bestimmten Anzeigen einen Hinweis auf KI-Inhalte und versieht manche Inhalte selbst mit einem Label. Der europäische AI Act sieht zudem Transparenzpflichten für künstlich erzeugte oder veränderte Inhalte vor, die echt wirken. Die Regeln und ihre Umsetzung entwickeln sich laufend; prüfen Sie den aktuellen Stand, bevor Sie realistische KI-Menschen oder -Szenen schalten.
  5. Rechte an Eingaben und Ausgaben klären. Laden Sie keine fremden Fotos, Logos oder Musik in KI-Tools, an denen Sie keine Rechte haben, und lesen Sie die Nutzungsbedingungen des Tools zur kommerziellen Nutzung.
  6. Gesundheitsaussagen bleiben Gesundheitsaussagen. Ob ein Mensch oder eine KI den Satz geschrieben hat, ist egal; Sie haften dafür.

Diese Hinweise sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu Kennzeichnung, Persönlichkeitsrechten oder Werbeaussagen sprechen Sie bitte mit einer Anwältin oder einem Anwalt.

Ein einfacher Ablauf für kleine Teams

SchrittWerKI-Anteil
Bewertungen und Kommentare auswertenKI, Mensch prüfthoch
Winkel auswählenMenschniedrig
Hooks und Texte entwerfenKI, Mensch überarbeitetmittel
Dreh oder ProduktfotosMensch, echte Produkteniedrig
Schnitt, Untertitel, FormateKI-Werkzeuge, Mensch prüfthoch
Test und EntscheidungDaten, Mensch entscheidetkeiner

Der Ablauf spart vor allem in Recherche und Nachbearbeitung Zeit, während Auswahl und Freigabe beim Menschen bleiben. Testen Sie die Ergebnisse wie jede andere Anzeige nach einem festen Plan. Weitere Details auf Englisch finden Sie in unserem Beitrag AI for ad creatives.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie wissen möchten, wo KI in Ihrer Anzeigenproduktion Zeit sparen würde und wo sie eher schadet, sehen wir uns Ihre aktuellen Creatives gern an. Mehr zu unserem Ansatz finden Sie unter KI-Werbemittel, oder buchen Sie direkt eine kostenlose Anzeigen-Analyse. Das Gespräch führen wir auf Englisch.