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Emojis in Werbeanzeigen: Was die Daten zeigen

71 % der langlaufenden Meta-Anzeigen in Deutschland nutzen Emojis, im Vereinigten Königreich nur 60 %. Was 9.839 Anzeigen zeigen und wie Sie Emojis gezielt nutzen.

adthief.ai · · 5 Min. Lesezeit

In Deutschland enthalten 71 % der Facebook- und Instagram-Anzeigen, die monatelang laufen, mindestens ein Emoji, und 52 % setzen schon in die erste Zeile eines. Emojis sind hier also Standard, aber kein Muss: Fast jede dritte deutsche Gewinner-Anzeige kommt ohne aus.

Die Zahlen stammen aus unserem Archiv langlaufender Meta-Anzeigen, Stand 31. Oktober 2026: 9.839 Anzeigen von 5.185 Marken, die jeweils mindestens 60 Tage in Europa liefen, aus sechs Branchen. Gezählt haben wir zwei Dinge: ob der Anzeigentext mindestens ein Emoji enthält und ob die erste Zeile eines enthält. Jede Anzeige zählt für das Land, in dem sie die meisten Menschen erreichte.

Was die Daten können und was nicht

Wir haben nur Anzeigen, die lange liefen. Einen Vergleich mit Anzeigen, die nach einer Woche abgeschaltet wurden, gibt es nicht. Die Daten zeigen also, wie verbreitet Emojis unter Gewinnern sind, nicht, ob Emojis eine Anzeige erfolgreich machen. Und da Meta für kommerzielle Anzeigen keine Budgets oder Umsätze veröffentlicht, ist eine lange Laufzeit unser Ersatzsignal für „profitabel“.

Für die Praxis heißt das: Die Zahlen sagen Ihnen, was in Ihrem Markt normal aussieht. Ob Emojis bei Ihrer Zielgruppe helfen, beantwortet nur ein eigener Test.

Deutschland im europäischen Vergleich

HauptmarktAnzeigenEmoji im TextEmoji in der ersten Zeile
Polen18082 %65 %
Dänemark12382 %70 %
Österreich15879 %53 %
Portugal13478 %60 %
Griechenland18375 %57 %
Deutschland1.44871 %52 %
Italien49871 %55 %
Frankreich35470 %53 %
Spanien36769 %53 %
Rumänien20668 %50 %
Schweden20466 %48 %
Irland32363 %44 %
Belgien18361 %50 %
Vereinigtes Königreich4.51960 %39 %
Niederlande33056 %40 %

Die Spanne reicht von 56 % in den Niederlanden bis 82 % in Polen und Dänemark. Deutschland liegt im oberen Mittelfeld, Österreich noch etwas darüber. Das Vereinigte Königreich, mit Abstand der größte Markt im Archiv, nutzt Emojis deutlich seltener, vor allem in der ersten Zeile: 39 % gegenüber 52 % in Deutschland.

Das ist wichtig, wenn Sie Vorlagen übernehmen. Viele englischsprachige Ratgeber und Beispiel-Anzeigen stammen aus dem britischen oder amerikanischen Markt. Wer sich nur daran orientiert, unterschätzt, wie normal Emojis in deutschen Anzeigen sind.

Nach Branche: ziemlich gleichmäßig

BrancheAnzeigenEmoji im TextEmoji in der ersten Zeile
Nahrungsergänzung3.12465 %40 %
Beauty2.86467 %43 %
Mode1.94263 %50 %
Wohnen2.06667 %52 %
Haustiere1.32059 %43 %
Food und Getränke2.42864 %44 %
Gesamtes Archiv9.83947 %

Branchen überschneiden sich, deshalb ergeben die Anzeigenzahlen zusammen mehr als 9.839. Über alle Branchen hinweg liegt der Anteil mit Emoji eng beieinander, zwischen 59 % und 67 %. Größer sind die Unterschiede in der ersten Zeile: Wohnen und Mode setzen etwa jedes zweite Mal ein Emoji an den Anfang, Nahrungsergänzung nur in 40 % der Fälle. Dort beginnen Anzeigen öfter mit einer Frage oder Zahl.

Wo Land und Branche zusammenkommen

Richtig groß werden die Unterschiede, wenn man beides kombiniert:

Branche und MarktAnzeigenEmoji im Text
Nahrungsergänzung in Österreich7086 %
Haustiere in Deutschland12080 %
Food und Getränke in Italien12176 %
Nahrungsergänzung im Vereinigten Königreich1.49656 %
Haustiere im Vereinigten Königreich91054 %
Nahrungsergänzung in den Niederlanden9849 %
Mode in Spanien6849 %

Eine Tiermarke, die für Großbritannien und Deutschland dieselbe Anzeige schreibt, schreibt für zwei verschiedene Gewohnheiten: 54 % gegenüber 80 %. Mehr zu Tiermarken lesen Sie in unserem Beitrag zur Werbung für Tier- und Food-Marken.

Emojis als Gliederung: so sieht es in der Praxis aus

In deutschen Gewinner-Anzeigen haben Emojis meist eine Aufgabe: Sie ersetzen Aufzählungszeichen. Ein Häkchen oder Pfeil vor jedem Vorteil macht einen deutschen Textblock auf dem Handy leichter lesbar, gerade weil Wörter wie „Nahrungsergänzungsmittel“ oder „Versandkostenfreiheit“ lang sind.

Ein Beispiel, wie der gleiche Inhalt einmal als Absatz und einmal gegliedert aussieht (frei formuliert, nicht aus dem Archiv). Als Absatz:

Unsere Bettwäsche ist aus reiner Bio-Baumwolle, in Portugal genäht und wird nach 30 Nächten kostenlos zurückgenommen, wenn sie Ihnen nicht gefällt.

Gegliedert, mit einer kurzen ersten Zeile („Bettwäsche, in der Sie gern aufwachen.“) und je einem Häkchen pro Zeile:

ZeileText
1Bettwäsche, in der Sie gern aufwachen.
2✓ Reine Bio-Baumwolle
3✓ In Portugal genäht
4✓ 30 Nächte testen, kostenlose Rückgabe

Die zweite Version ist nicht kürzer, aber schneller zu erfassen. Genau dafür setzen deutsche Gewinner Emojis ein.

Eine Emoji-Regel für Ihre Marke

Statt bei jeder Anzeige neu zu entscheiden, legen Sie einmal fest, wie Ihre Marke Emojis nutzt. Eine einfache Regel passt auf eine Seite:

  1. Funktion: Emojis nur als Aufzählungszeichen oder als Hinweis auf das Angebot, nicht als Dekoration mitten im Satz.
  2. Auswahl: zwei bis vier feste Zeichen, etwa Häkchen, Pfeil und ein Symbol, das zum Produkt passt. Immer dieselben.
  3. Erste Zeile: Das Emoji darf die Zeile eröffnen, aber nicht ersetzen. Eine schwache erste Zeile wird durch ein Emoji nicht besser.
  4. Ton: Eine Premium-Marke, eine Praxis oder eine Kanzlei kann auch ganz verzichten. Fast jede dritte deutsche Gewinner-Anzeige hat kein Emoji.
  5. Darstellung prüfen: Manche Emojis sehen auf Android und iPhone unterschiedlich aus. Meiden Sie solche, deren Bedeutung sich mit der Darstellung ändert.
  6. Markt beachten: Für Deutschland und Österreich eher mit, für Großbritannien und die Niederlande eher sparsamer.

Der einfachste Test

Ob Emojis bei Ihrer Zielgruppe helfen, finden Sie mit einem kleinen Test heraus: dieselbe Anzeige, dasselbe Bild, einmal mit und einmal ohne Emoji in der ersten Zeile. Lassen Sie beide Versionen in derselben Anzeigengruppe laufen und vergleichen Sie nach einigen Tagen Klickrate und Kosten pro Ergebnis. Wie Sie solche Tests sauber aufbauen, steht in unserem Beitrag zum Creative Testing bei Meta Ads.

Nächster Schritt

Emojis sind ein Detail. Wichtiger ist, was die erste Zeile sagt. Lesen Sie als Nächstes unsere Hook-Formeln für Werbeanzeigen auf Deutsch. Oder lassen Sie Ihre aktuellen Anzeigen in einer kostenlosen Anzeigen-Analyse prüfen. Das Gespräch führen wir auf Englisch.